EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Treysa von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Bahnstation Schwalmbach-Treysa Bahnstation Schwalmbach-Treysa

Bau und Streckeneröffnung

Der Bauabschnitt zwischen Treysa und Kirchhain, der zunächst eingleisigen Main-Weser-Bahn ist am 4. März 1850 von der Kurhessischen Staatsbahn fertiggestellt worden. Die Eröffnung der 199,8 km langen Gesamtstrecke war am 15. Mai 1852.

Das Empfangsgebäude Treysa

Der symmetrische, dreigeschossige Repräsentationsbau mit höherem, übergiebelten Zentralrisalit von 1849 nach Entwürfen von Julius Eugen Ruhl errichtet, verfügte über dekorative Brüstungen aus Sandstein. Die Fenster besaßen filigrane Radsprossen in den Fensterbögen. Südlich des Gebäudes gab es einen Kleinbau. In Richtung Kassel entstand eine separate Güterabfertigung mit einem Fachwerkgüterschuppen und einer Freiladestraße.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1865 wurde das zweite Streckengleis verlegt. Am 15. Mai 1879 wurde die Bahnstrecke zwischen Leinenfelde über Eschwege nach Treysa eröffnet. Sie war Teil der Kanonenbahn zwischen Berlin und Metz. Die 130 Kilometer lange Gesamtstrecke ging am 15. Mai 1880 in Betrieb. Dafür musste der Durchgangsbahnhof zu einem Keilbahnhof umgebaut werden. Für diese Strecke war eine eigene Wartehalle mit Bahnsteig und Umfahrgleis gebaut worden. Der Bahnhof erhielt eine Lokstation mit zweiständigen Lokschuppen und Werkstatt sowie mehrere kleine Drehscheiben und einer Kohlenbühne. Zwischen 1880 und 1890 wurde nördlich des Bahnhofs ein Wohnhaus für die Bahnbediensteten errichtet. Ferner verfügte der Bahnhof über eine Desinfektionsanstalt, eine feste Rampe, eine Gleiswaage und eine Wasserstation. Am 31. Juli 1907 erreichte der erste Zug auf der 62,2 Kilometer langen Nebenbahn von Bad Hersfeld kommend die Bahnstation Treysa. Dafür musste ein neuer Bahnhof anderthalb Kilometer weiter südlich gebaut werden. 1908 legte die Bahn das Empfangsgebäude von 1849 still. Im Bahnhof entstand ein Bahnbetriebswerk mit Ringlokschuppen und 23-Meter Drehscheibe.

Das zweite Empfangsgebäude

Das im damals typischen Heimatstil errichtete Stationsgebäude wurde durch das Baubüro der Bahndirektion Kassel nach Entwurf von Alois Holtmeyer 1907/8 stadtseitig geplant. Der asymmetrische, im Wechsel gegliederte Baukörper und Dachformen besaß eine annähernd axiale Schalterhalle, die durch einen Windfang mit großem Portalbogen versehen war. Auf dem neubarocken Mansardendach betonte ein pagodenartiger Dachreiter mit Uhr den Mitteltrakt. Im Ostflügel gab es die Wartesäle mit Damenzimmer und Schenke sowie einen Raum für den Bahnhofswirt. Daneben war am Bahnsteig ein Dienstraum für das Postgepäck gebaut worden. Im Westflügel befanden sich zwei Fahrkartenschalter und ein anschließender Gepäckraum. Weitere Räume waren für den Bahnhofsvorsteher, den Schaffner und für den Telegrafen reserviert. Die zwei teilüberdachten Mittelbahnsteige wurden durch einen Personentunnel vom Hausbahnsteig aus miteinander verbunden. Der Bahnhof erhielt drei Stellwerke. Am östlichen Gebäudeflügel war ein traufenständiger Fachwerkgüterschuppen mit auskragendem Kniestock und Krüppelwalmdach mit Seiten- und Kopframpe entstanden. Aus hygienischen Gründen befanden sich alle Freiaborte in Fachwerkbauweise auf allen Bahnsteigen außerhalb des Stationsgebäudes. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse I

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1973 ersetzte ein modernes Stellwerk die drei mechanischen Stellwerke. Auf der Strecke nach Bad Hersfeld wurde der Personenverkehr am 1. Juni 1984 und der Güterverkehr am 31. August 1995 eingestellt. Am 15. April 1999 legte die Deutsche Bahn AG (DBAG) die Strecke still. 1988 kauften die „Eisenbahnfreunde Schwalm-Küll e. V. das Bahnbetriebswerk. Der letzte Zugverkehr auf der Strecke Leinefelde - Treysa fand am 25. Juni 2002 statt. Danach wurde die Strecke stillgelegt.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude von 1849 ist bis heute erhalten geblieben. Es befindet sich anderthalb Kilometer nordöstlich des heutigen Bahnhofs. Beide Stationsgebäude stehen unter hessischem Denkmalschutz.
Planung und Konzession
Bilder Treysa
Bahnhof um 1896
Luftaufnahme
Bahnhof um 1920
Bahnhof um 1896 Bahnhof um 1920 PANORAMA
Die Eisenbahn “kam” am 4. März 1850 nach Treysa. Also 15 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Treysa hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 2.000 Einwohner. Treysa ist seit 1971 ein Stadtteil von Schwalmstadt. (Ende 2019 waren es 18.019 Einwohner).
Main-Weser-Bahn Kassel Hbf Frankfurt (Main) Hbf