EINE DOKUMENTATION
Panorama Schwaikheim © Copyright 2000 - 2024 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bahnstation Schwaikheim

Bau und Streckeneröffnung 1871 veranlassten die Königlich Württembergischen Staats- Eisenbahnen (K.W.St.E.) die Vermessungsarbeiten zum Bau der „Murrtalbahn“ von Bietigheim aus nach Osten, Norden und Süden zu beginnen. Mit der Anfertigung von Höhenprofilen wurde Professor Schoder beauftragt. Aufgrund der Profile musste der 308 Meter lange Schwaikheimer Tunnel gebaut werden. Am 26. Oktober 1876 eröffneten die K.W.St.E. feierlich das 18,52 Kilometer lange erste Teilstück der „Murrtalbahn“ zwischen Waiblingen und Backnang. Auf der 60,69 Kilometer langen Gesamtstrecke zwischen Waiblingen und Schwäbisch Hall-Hessental begann der Zugverkehr am 15. Mai 1880.

Das Empfangsgebäude Schwaikheim

Das traufenständige, zweistöckige Stationsgebäude auf rechteckigem Grundriss (15 x 9 Meter) mit Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) und jeweils an Orts- und Gleisseite einen Giebelrisalit (ein Bauteil, dass aus der Fassade vorspringt) besaß ein Satteldach mit Schwebegiebeln. Das Erdgeschoss war aus Sandsteinquadern, die Obergeschosse aus Backstein errichtet worden. Im Erdgeschoss waren Segmentbogenfenster und Türen verbaut worden. Die Obergeschosse besaßen zum Teil gereihte (mit einem Rahmen zusammengefasste) Rechteckfenster mit Sandsteinrahmen und Schlagläden. Gurtgesimse trennten optisch die Stockwerke. Im Erdgeschoss gab es einen Vorraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter, Wartesäle, einen Postraum mit Telegrafen, weitere Diensträume und ein Treppenhaus zum Obergeschoss wo sich die Dienstwohnungen für die Bahnbeamten befanden. Der Hausbahnsteig besaß anfangs keine Überdachung. Die Gleisanlage bestand aus dem Strecken- sowie einem Kreuzungs- und Ladegleis zum separaten Güterschuppen, der sich nördlich des Stationsgebäudes befand. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse IV. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1936 errichtete die Deutsche Reichsbahn (DR) im Bahnhof ein Stellwerksgebäude mit mechanischem Stellwerk. Zwischen 1962 und 1965 baute die Deutsche Bundesbahn (DB) die Strecke nach Waiblingen zweigleisig aus und installierte eine Oberleitung. Ein Personentunnel wurde vom Hausbahnsteig zum überdachten Außenbahnsteig gebaut. Das Stellwerk von 1936 wurde aus dem Betrieb genommen. Mit dem Umbau für die S-Bahn um 1980 wurden die Bahnsteige erhöht und die Gütergleise zurückgebaut. Schwaikheim wurde zum Haltepunkt abgestuft. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Dach des Empfangsgebäudes von 1876 wurde saniert. Dabei entfernte man den Giebelrisalit an der Ortsseite um aus Kostengründen ein neues Satteldach zu errichten. Auf der Gleisseite blieb der Risalit erhalten.
Filmbild Schwaikheim
Bahnhof um 1910
Luftaufnahme
Bilder Schwaikheim
Bahnhof um 1910 288,0 Planung und Konzession
Die Eisenbahn “kam” am 26. Oktober 1876 nach Schwaikheim. Also 41 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Schwaikheim hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2021 waren es 9.533 Einwohner).
Murrtalbahn Waiblingen Schwäbisch Hall-Hessental PANORAMA