EINE DOKUMENTATION
© Copyright 2000 - 2018 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Schortens-Heidmühle

Planung und Konzession

die Konzession zum Bau und Betrieb der Strecke von Sande nach Jever wurde durch oldenburgisches Gesetz vom 7. Februar 1871 erteilt (Oldenburgisches Gesetzblatt Jahrgang 1871, Nr. 2). Durch die Strecke sollte die Verbindung zur „Ostfriesische Küstenbahn“ hergestellt werden. Natürlich konnte die Gemeinde Schortens es nicht hinnehmen, dass die Haltestelle Heidmühle bevorzugt werden sollte. Das Großherzogliche Staatsministerium ignorierte jedoch die Einwende.

Bau und Eröffnung

die Bauarbeiten gingen zügig voran, sodass die 12,96 km lange Strecke von Sande nach Jever am 15. Oktober 1871 durch die Großherzoglich Oldenburgischen Staatsbahn“ (GOE) eröffnet werden konnte. Der Bahnhof Heidmühle wurde auf freier Strecke neben der Heydemühle eröffnet. Er war der einzige Bahnhof auf der Strecke, in dem sich die Züge kreuzen konnten. Das Stationsgebäude wurde aus Backstein errichtet. Im linken, einstöckigen Teil des Empfangsgebäudes befand sich der Güterschuppen. Die Gleisanlage hatte auch einige Gütergleise und ein Freiladegleis mit Rampe. Vom Bahnhof wurde Heidesand, der in der Gegend reichlich vorhanden war, auf die Bahn verladen. Der Sand wurde zum Bauen in Wilhelmshaven benötigt. Im Bahnhofsgelände konnte ein ergiebiger Brunnen ausgebaut werden, der eine Wasserstation speiste. Hier wurden die Dampflokomotiven mit Wasser versorgt.

Ausbau des Bahnhofs

nach der Eröffnung der Strecke siedelten sich schnell neue Industrien im Bahnhofsbereich an. Anfang des 20. Jahrhunderts ersetzte man die Wasserstation durch einen Wasserturm. Ein Kalksteinwerk in Östringfelde erhöhte das Transportvolumen. 1920 kam eine Brauerei hinzu. Der Bahnhof entwickelte sich zu einem wichtigen Umschlagplatz für landwirtschaftliche Produkte und Güter aller Art. Seit 1936 ist der Fliegerhorst Jever durch einen Gleisanschluss mit dem Bahnhof verbunden.

Was hat sich verändert

anhand der alten Postkarte kann man einen deutlichen Unterschied zu dem heutigen Gebäude feststellen. An der Giebelfront erkennt man die drei großen Fenster im Obergeschoss. Dieser Gebäudeteil gehört zum alten Bestand. Links davon wurde das Empfangsgebäude wesentlich verändert. Der Anbau eines Stellwerkraumes 1951 dürfte dazu der Anlass gewesen sein. Die Länge des einstöckigen linken Gebäudeteils wurde verkleinert, um weitere Räumlichkeiten im zweiten Stockwerk zu bekommen. Die Heidemühle riss man 1913 ab. In den 1980er-Jahren wurden die nicht mehr benötigten Gleise zurückgebaut. Im Jahr 2000 sanierte die Deutsche Bahn AG die Strecke. 2004 riss man den Bahnsteig ab und ersetzte ihn durch einen neuen Kurzbahnsteig. Die Gleisanlage, die Weichen und Signale reduzierte man auf die heute benötigten Bedürfnisse.
Bilder Heidmühle
Bahnhof von 1871
Luftaufnahme
Bahnhof von 1871
Die Eisenbahn “kam” am 15. Oktober 1871 nach Schortens- Heidmühle. Also 36 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Schortens-Heidmühle hatte zu diesem Zeitpunkt 1.700 Einwohner (Ende 2016 waren es 20.416 Einwohner).  
Z Bahnhof iel
Ostfriesische Küstenbahn
nach oben  > nach oben  >