Schwetzingen
Planung und Konzession da die „Badische Hauptbahn“ ab 1840 von Mannheim nach Karlsruhe einen Umweg über Heidelberg machte, fühlte sich die Stadt Mannheim benachteiligt. Es gab Diskussionen zum Bau einer neuen Strecke, die über Schwetzingen nach Karlsruhe führen sollte. Die schon bestehende Eisenbahnstrecke war für die Stadt Mannheim zu weit außerhalb des Stadtgebiets. So beschloss die Stadt die Finanzierung einer Strecke Mannheim – Schwetzingen – Karlsruhe zu finanzieren. Der Stadtgemeinde Mannheim wurde kraft badischen Gesetzes vom 20. Februar 1868 (Badisches Regierungsblatt Jahrgang 1868 Nr. 25 Seite 205) und der badischen Konzession vom 30. April 1868 (badisches Regierungsblatt XXXII Seite 477) der Bau und Betrieb einer Eisenbahnstrecke genehmigt. Die Heidelberg-Speyer Eisenbahn-Gesellschaft erhielt durch badisches Gesetz vom 2. Februar 1870 (badisches Gesetz- und Verordnungsblatt Jahrgang 1870 Nr. XI Seite 163) und der badischen Konzession vom 3.April 1872 (badisches Gesetz- und Verordnungsblatt Jahrgang 1872 XXXII Nr. XVI Seite 175) die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Eisenbahnstrecke von Heidelberg nach Schwetzingen und weiter nach Speyer. Für das Überqueren der Landesgrenze wurde am 23. November 1871 ein Staatsvertrag zwischen Bayern und Baden abgeschlossen (badisches Gesetz- und Verordnungsblatt Jahrgang 1872 Nr. XVI Seite 176). Bau und Eröffnung Am 4. August 1870 wurde die 61,98 km lange Bahnstrecke von Mannheim über Schwetzingen nach Karlsruhe eröffnet. Sie ging am selben Tag in das Eigentum der „Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen“ über. Durch die Bahnstation in Schwetzingen siedelten sich schnell namhafte Firmen, wie die Zigarrenfabrik Neuhaus oder die Konservenfabrik Bassermann an. Am 17. Juli 1873 begann der Eisenbahnverkehr auf der 9,39 km langen Strecke von Heidelberg nach Schwetzingen. Am 10. Dezember 1873 erfolgte der Anschluss von Schwetzingen zur bayrischen Landesgrenze (Rheinmitte) und über die Schiffbrücke nach Speyer. Es ist anzunehmen, dass bis 1876 ein kleines Stationsgebäude im Bahnhof vorhanden war, denn 1876 erhielt der Bahnhof ein neues, symmetrisches Empfangsgebäude im klassisch badischen Baustil.   Ausbau und neue Streckenanschlüsse Am 1. Juni 1880 begann der Betrieb auf einer 7,5 km langen Strecke, die überwiegend für den Güterverkehr bestimmt war und von Mannheim-Friedrichsfeld nach Schwetzingen verlief. Eine 10,16 km lange Güterstrecke von Mannheim Rangierbahnhof nach Schwetzingen wurde am 1. Oktober 1906 eröffnet. Die Reichsbahn baute zwischen 1913 bis 1917 eine Eisenbahnbetriebswerkstätte, die später ein Ausbesserungswerk für Dampflokomotiven und Güterwagen wurde. Was hat sich verändert 1967 stellte die Deutsche Bundesbahn den Schienenverkehr nach Heidelberg ein. Die endgültige Schließung des Ausbesserungswerks war am 31. Dezember 1989.  2007 verkaufte die Deutsche Bahn AG das unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude und modernisierte die Bahnsteige. Das Stationsgebäude wurde vom Käufer kernsaniert.
Bilder Schwetzingen
Luftaufnahme
Die Eisenbahn “kam” am 4. August  1870 nach Schwetzingen. Also 35 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Schwetzingen hatte zu diesem Zeitpunkt 3.862 Einwohner (Ende 2016 waren es 21.580 Einwohner).  
© Copyright 2000 - 2018 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Z Bahnhof iel
Mannheim - Rastatt
nach oben  > nach oben  >